.. auf Lastwagen fortgeschafft. Die jüdischen Bürger in der Stadt Kusel


Aus dem Vorwort: Begleitheft zur Erkundung der Stolpersteine in Kusel:  Erinnern Sie sich mit uns an unsere jüdischen Mitbürger in Kusel!

Liebe Leserin, lieber Leser,

Jede Stadt hat ihre Geschichte. Das gilt auch für Kusel. Auf das Meiste sind wir stolz. Aber wir scheuen uns nicht, auch dunklere Seiten aufzuzeigen. So stellen wir uns auch dem Schicksal unserer jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen in Kusel während des Nationalsozialismus. Geschichte prägt Zukunft positiv, wenn man sie gut verarbeitet. Deshalb hat sich die Stadt Kusel mit dem Bündnis gegen Rechtsextremismus Kusel in den Jahren 2006 und 2007 an der Aktion „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig beteiligt, nachdem ein Arbeitskreis sorgfältig die erschütternden Lebenswege der betroffenen jüdischen Familien in Kusel nachgezeichnet hatte. Seit Jahren sind uns die Stolpersteine nun Mahnung, nicht zu vergessen und Auftrag an jeden von uns, sich persönlich in seinem Umfeld immer aktiv für Toleranz, Freiheit und Demokratie einzusetzen. Engagierte Menschen bieten Führungen zu den Stolpersteinen an. Wechselnde Schulgruppen kümmern sich um die Pflege der Bronzeplaketten. Allen Beteiligten sage ich ein herzliches Dankeschön. Für die Idee und die Erstellung des vorliegenden Begleitheftes gilt mein Dank Gerhard Berndt und Hans-Christian von Steinaecker. Das Heft ermöglicht, alle Stolpersteine in Kusel aufzufinden und gibt gleichzeitig Auskunft über das Leben und Schicksal der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, an die sie erinnern.

Ulrike Nagel
Bürgermeisterin der Stadt Kusel

Seite 18: Familie Bermann in der Gartenstraße 8

Gehen Sie zurück Richtung Kreisel und lassen ihn links liegen. Beim nächsten Zebrastreifen wechseln Sie die Fahrbahnseite bis zur nächsten Einmündung, der der Gartenstraße. In diese biegen Sie links ein und erreichen nach wenigen Metern das Anwesen Nr. 8, vor dem Sie auch die 4 Stolpersteine finden.

Anwesen Bermann in der Gartenstraße 8, davor Luitpold Bermann mit den Kindern Kurt und Ilse

Karl Bermann (geboren 26.10. 1855 in Konken, gest. „etwa 1930 zu Mannheim“), verh. mit Berta geb. Herz (geboren 26.11.1857 in Ruchheim), lebte in Konken, wo er ein Handelsgeschäft betrieb. Die Eheleute bauten 1905/06 in damals bester Lage der Stadt Kusel das Anwesen Gartenstraße 8 mit Stall und Nebengebäude. Sie zogen 1906 nach Kusel. Karl und Berta Bermann hatten fünf Kinder:

Isidor geboren 21.4.1883 in Konken, meldete sich nach dem Militärdienst am 12.11. 1919 in Kusel polizeilich zur Adresse seiner Eltern. Er verzog dann nach Kaiserslautern (gest. 1935). Seine Witwe Betty lebte im November 1938 in Ludwighafen. Zu ihr flüchtete nach dem Pogrom die Schwägerin Mathilde Heymann. Die beiden Töchter Lore und Susi von Isidor und Betty Bermann überlebten den Holocaust in einem Kloster in Frankreich. Ihr Onkel Rudi Bermann traf sich mit ihnen im August 1945 in einer Kirche in Paris.

Mathilde Heymann geborene Bermann, geboren am 6.5.1884 in Konken, meldete sich 1912, aus Trier zuziehend, ebenfalls in das Haus Gartenstraße 8 wo sie, alleinstehend, die Dachgeschosswohnung bewohnte. Nach dem Pogrom floh sie nach Ludwigshafen zu der Witwe ihres Bruders Isidor Borg. Sie wohnten zuletzt in der Prinzegentenstraße 26, als beide am 22.10.1940 in das Lager Gurs verschleppt wurden. 1942 wurde Mathilde Heymann in das Vernichtungslager Auschwitz transportiert, sie ist dort verschollen. Luitpold, geboren 26.4.1891 in Konken wurde als Kriegsteilnehmer in Verdun schwer verwundet und verlor ein Auge. Er wohnte mit seiner Familie ebenfalls im Haus Gartenstraße 8, wo er mit seinem Bruder Ernst das Handelsgeschäft betrieb. Unter dem Druck des Antisemitismus resignierte Luitpold und emigrierte am 18.6. 1937 in die USA zusammen mit seiner Ehefrau Erna geb. Lehmann (geboren 5.4. 1897), mit Sohn Kurt (geboren 17.6.1923) und mit Tochter Ilse (geboren 1.5.1925).

Paula Bermann, verh. van Es, geboren 9.3.1895 in Konken. Paula war mit den deutschen Truppen im ersten Weltkrieg (1914 – 1918)als Krankenschwester in Frankreich, heiratete den Holländer Coenraad van Es und zog am 17.7.1918 nach Amsterdam. Die Eheleute hatten drei Kinder: Hans, Inge und Sonja. Während der Deportation durch die Nazis sieht Paula ihren Mann im KZ Bergen-Belsen sterben. Sie öffnete sich am 21.1.1945 die Pulsadern, da sie nicht durch deutsche Hände sterben wollte. Tochter Inge überlebte im KZ Bergen-Belsen, Tochter Sonja in einem Arbeitslager und Sohn Hans versteckt bei einer christlichen Familie.
Ernst geboren 23.3.1888 in Konken, wohnte nach Kriegsteilnahme auch im Haus Gartenstraße 8, wo er mit dem Bruder Luitpold das gutgehende und angesehene Pferde- und Viehgeschäft betrieb. Ernst Bermann war verheiratet mit Clara geb. Maier (geboren 30.9.1895 in Malsch). Sie hatten miteinander drei Kinder: Gerda (geboren 18.5.21) Rudolf (geboren 10.7.1922) und Hildegard (geboren 6.1.1927). Die Kinder wurden „deutsch-patriotisch“ erzogen. Ernst Bermann war zunächst der Meinung, das deutsche Volk lasse die Nazis nicht gewähren und ihm könne als Weltkriegsteilnehmer ohnehin nichts geschehen. Das war ein tragischer Irrtum. Nach dem Verbot des Besuchs der höheren Töchterschule für Tochter Gerda und des Progymnasiums für Sohn Rudolf 1936 schickten die Eltern die beiden Kinder in eine Handelsschule nach Frankfurt bzw. Sohn Rudolf in eine Bäckerlehre nach Heilbronn. Mit Hilfe eines Schwagers des Bruders Luitpold konnten die Bedingungen für eine Einreise in die USA erfüllt werden, so dass beide am 15.6.1938 in die USA emigrierten. Für die Eltern und die kleine Tochter Hildegard bleiben die Bemühungen um eine Ausreise erfolglos. In der Nacht zum 10. November 1938 wurde Ernst Bermann mit anderen jüdischen Männern für mehrere Wochen in das KZ Dachau verschleppt. Ehefrau Klara flüchtete mit der Tochter Hildegard nach dem Pogrom zu den Verwandten nach Holland. Nach der Besetzung durch deutsche Truppen wurden Ernst, Klara und Hildegard dort verhaftet und in das Lager Westerborg verschleppt. Ein letztes Lebenszeichen ist eine Postkarte im Besitz von Gerda Lautmann, geb. Bermann. Darauf steht: “Meine Lieben, Päckchen erhalten und herzlichen Dank. Schickt keine mehr. Alles Gute und herzliche Grüße, Ernst und Klara“. Die Familie wurde dann von Westerbork in das KZ Sobibor deportiert. Dort sind die Eltern verschollen. Tochter Hildegard wurde am 21. 5. 1943 in Sobibor ermordet. Gerda Lautmann, geb. Bermann, besuchte mit ihrem Mann 1971 für wenige Stunden ihre Geburtsstadt Kusel. Beide leben in New York.

Das komplette Buchhttps://stadt.kusel.de/Stolpersteine/pdf

Alle sinngemäßen und wörtlichen Zitate in dieser Schrift sind dem Buch: „…auf Lastwagen fortgeschafft. Die jüdischen Bürger in der Stadt Kusel” entnommen, das als PDF-Datei kostenlos der folgenden Webseite zu entnehmen ist: http://stadt.kusel.de/stadtgeschichte/auf-lastwagen-fortgeschafft/

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Kurrentschrift


Handschrift Paula Bermann

Paula Bermann schreef haar dagboek in het Duitse Kurrentschrift. In de jaren tachtig van de vorige eeuw heeft de familie opdracht aan dr. Johan Winkelman gegeven om het dagboek te vertalen naar ‘gewoon’ Duits.
De heer Winkelman heeft in de voorbije jaren het dagboek ook vertaald naar het Nederlands.

Kurrentschrift
Die deutsche Kurrentschrift (lateinisch currere „laufen“), auch und insbesondere im Ausland nur als Kurrentbezeichnet, ist eine Schreibschrift. Sie war etwa seit Beginn der Neuzeit bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts (in der Schweiz bis Anfang des 20. Jahrhunderts) die allgemeine Verkehrsschrift im gesamten deutschen Sprachraum. Sie wird auch deutsche Schreibschrift oder deutsche Schrift genannt. Der Begriff „deutsche Schrift“ kann sich jedoch auch auf bestimmte gebrochene Satzschriften beziehen.Typografisch gehört die deutsche Kurrentschrift zu den gebrochenen Schriften. Sie unterscheidet sich durch spitze Winkel („Spitzschrift“) von der runden, „lateinischen“ Schrift – wenngleich aber auch die Kurrent viele Rundungen aufweist. Mit geringen Abwandlungen wurde sie auch in Skandinavien – in Dänemark und Norwegen als „Gotisk skrift“ bezeichnet – bis 1875 verwendet.Die deutsche Kurrentschrift wurde typischerweise ursprünglich mit einem Federkiel, später dann auch mit einer Bandzugfeder geschrieben, was zu richtungsabhängigen Änderungen der Strichstärke führte. Seit dem 19. Jahrhundert wurde sie auch mit einer Spitzfeder geschrieben, was an- und abschwellende Linien erzeugte.Eine im 20. Jahrhundert als Ausgangsschrift für den Schulunterricht in Deutschland eingeführte Variante der deutschen Kurrentschrift ist die Sütterlinschrift, die zum Schreiben mit der Gleichzugfeder mit einer gleichmäßigen Strichstärke entwickelt wurde.Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird die deutsche Kurrentschrift (einschließlich ihrer Sütterlinschrift-Variante) kaum noch verwendet. Historiker und Wissenschaftler anderer Disziplinen sowie genealogisch Interessierte müssen sie kennen, um in deutscher Kurrentschrift verfasste Dokumente lesen zu können.

Geschichte Entwicklung
Die deutsche Kurrentschrift entwickelte sich im frühen 16. Jahrhundert aus der Bastarda. Sie etablierte sich als die übliche Verkehrsschrift im gesamten deutschen Sprachraum. Insbesondere in Österreich etablierte sich Kurrent auch als Amts- und Protokollschrift. In der Schweiz war Kurrent bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts als Verkehrs-, Amts- und Protokollschrift gebräuchlich.

Außer im deutschsprachigen Raum etablierte sich die Kurrentschrift auch in anderen nicht romanischen Sprachräumen, etwa im Dänischen, Norwegischen oder Tschechischen.

Kurrent wurde hauptsächlich nur für Texte in der jeweiligen eigenen Sprache, also im deutschsprachigen Raum für deutsche Texte, verwendet. Analog zur parallelen Verwendung von Antiqua und Fraktur in der gedruckten Schrift verwendete man im deutschen Sprachraum in handgeschriebenen Texten für bestimmte Einsatzgebiete, wie etwa Überschriften, Eigennamen, Fremdsprachen oder für die Briefkorrespondenz mit Ausländern, parallel zur deutschen Kurrentschrift die lateinische Schreibschrift. Gebildete Schreiber beherrschten und verwendeten also zwei verschiedene Schreibschriften.

Im 20. Jahrhundert
Ab 1911 wurde in Preußen eine Veränderung und Normierung der deutschen Kurrentschrift durch den Grafiker Ludwig Sütterlin eingeleitet. Er entwickelte 1911 zwei Ausgangsschriften für den Schulgebrauch, eine deutsche und eine lateinische Schreibschrift. Die Sütterlinschrift wurde in Deutschland forciert eingeführt, da sie graphisch einfacher zu formen ist als die bis dahin übliche Variante der deutschen Kurrentschrift. In Folge kam der Begriff Kurrent in Deutschland außer Gebrauch. Die Sütterlinschrift zog zwischen 1915 und der Zeit des Dritten Reichs nach und nach in Deutschlands Schulen ein, nicht jedoch in Österreichs Schulen; dort schrieb man weiterhin in der traditionellen Kurrentschrift.

1941 kam es durch den Normalschrifterlass dazu, dass im sogenannten Großdeutschen Reich die gebrochenen und deutschen Schriften zugunsten der lateinischen Schrift abgeschafft wurden, die nun als „deutsche Normalschrift“ bezeichnet wurde. Durch Martin Bormanns Erlass vom 3. Januar 1941 wurden zunächst nur die gebrochenen Druckschriften verboten. Mit einem zweiten Rundschreiben vom 1. September 1941 wurde auch die Verwendung der deutschen Schreibschriften untersagt. Als Schreibschrift-Version der „deutschen Normalschrift“ kam eine Form der lateinischen Schreibschrift zum Einsatz, die auf Sütterlins lateinisches Alphabet zurückgeht. Seit Beginn des Schuljahres 1941/42 durfte an den deutschen Schulen nur noch die „deutsche Normalschrift“ verwendet und gelehrt werden.

Bis 1952 gab es noch die „Schulschrift Kurrent, schöne Schreibschrift, mit Feder“ parallel zu erlernen. Noch bis ins späte 20. Jahrhundert wurden in der Mathematik oft Kleinbuchstaben der Kurrentschrift zur Bezeichnung von Vektoren und komplexen Zahlen und Großbuchstaben dieser Schrift zur Bezeichnung von Matrizen oder Tensoren zweiter Stufe verwendet.

Merkmale
Die deutsche Kurrentschrift ist rechtsschräg und hat Schleifen an den Oberlängen. Die Schäfte der Buchstaben f und ſ sind wie bei den älteren Kanzleibastarden nach unten verlängert. Zahlreiche Buchstaben sind in einem einzigen Federzug geschrieben. Die Buchstaben h und z haben durchgezogene Schleifen an den Unterbögen. Das e hat eine eigene, charakteristische Form, die an das n erinnert. Aus dieser Form des e sind historisch die Umlaut-Punkte im deutschen Alphabet entstanden.
Da die Buchstaben n und u ansonsten gleich aussehen, wird zur Unterscheidung über das u ein Bogen gezeichnet. Ein gerader Strich über einem n oder m ist ein Reduplikationsstrich, der die Verdoppelung des Konsonanten anzeigt.

Weiter lesen: https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Deutsche_Kurrentschrift

 

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Uit: Woord achteraf


Bericht van Kamp Westerbork waarin gemeld wordt dat Paula, Coen en Inge naar Bergen Belsen zijn ‘vertrokken’.

Onze grootouders Paula en Coen doken op 24 augustus 1942 onder, samen met hun jongste dochter Sonja. Dochter Inge had dat al eerder gedaan; met behulp van haar vriend, verzetsman Jaap Gerritse, kwam ze terecht op een adres in Utrecht. Zoon Hans dook onder in Den Haag; hij maakte deel uit van het studentenverzet met zijn vriendin Guus Hondius van Herwerden.

Paula en Coen belandden na enige omzwervingen bij het gezin van beroepsmilitair Jan Kooy in Jutphaas, een dorp vlak bij Utrecht, met uitzicht op de weilanden. Een halfjaar later voegde Sonja zich bij hen, nadat ze eerst ondergedoken had gezeten bij beroepsmilitair Schellinger (voornaam onbekend) en diens dochter Joke, niet ver daarvandaan. Nu moesten Paula, Coen en Sonja op een kamer verblijven. Vanwege de spanningen die dat opleverde, wilde Inge dat Sonja naar Amstelveen kwam, bij de familie van haar vriend. In het prille voorjaar van 1944 verhuisde Sonja daarheen.
[…]
In maart 1944 werden Paula en Coen verraden, onduidelijk is door wie. Ook de naam en het adres van Jaaps ouders in Amstelveen werden achterhaald. Inge en Jaap waren toevallig bij hen op bezoek. Inge werd opgepakt, Jaap en diens broer konden vluchten via het dak, de oude vader werd in een gevangeniswagen afgevoerd. Hij werd pas na lange tijd vrijgelaten. Sonja zat op een ander adres en wist net op tijd te ontsnappen. Zij vluchtte naar Amsterdam, waar ze dagen rondzwierf. Uiteindelijk vond ze onderdak bij een verzetsgroep. In het laatste oorlogsjaar woonde ze op tien verschillende Amsterdamse adressen.
[…]
Paula, Coen en Inge kwamen terecht in het Huis van Bewaring aan het Kleine-Gartmanplantsoen in Amsterdam.

Op 18 april volgde het transport naar Westerbork, waar ze verbleven in barak 67. Daar vonden ze het leven, dankzij werk, frisse lucht en de relatieve bewegingsvrijheid, draaglijker dan in de onderduik.
[…]
Op 31 juli 1944 werden ze alle drie op transport gesteld naar concentratiekamp Bergen-Belsen, bij Celle en niet ver van Hannover.
Paula en Inge verbleven in dezelfde barak. Paula raakte steeds verder in de war: de onderduik, het verlies van haar huis, de onzekerheid over het lot van haar twee andere kinderen, het voortdurende vechten – ze eisten hun tol.
Coen stierf op 21 januari 1945 aan tyfus. Zes dagen later werd Paula gevonden in de sneeuw. Haar polsen waren doorgesneden. Inge wist het kamp ternauwernood te overleven. Toen de Britse troepen in april 1945 Bergen-Belsen naderden, voerden de Duitsers een deel van de gevangenen af met drie goederentreinen.
Totaal verzwakt wist Inge een plaatsje te bemachtigen in de tweede trein. Die werd rond 14 april door de Amerikanen onderschept.

 

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Sonja van Es ~ Tekening onderduikadres


Tekening Sonja van Es onderduik Jutphaas 1944

Uit het dagboek van Paula Bermann – 5 september 1941

“Gisteren is Sonja’s oude school weer begonnen. Al haar vriendinnen mochten beginnen, alleen zij en haar Joodse lotgenootjes waren buitengesloten. Er komt een Joodse school, maar wie weet hoelang het duurt voordat dat geregeld is. Op bijzondere en lagere scholen mogen Joodse leerlingen blijven tot er een regeling is, maar kennelijk mag dat bij de openbare middelbare scholen niet. De directrice schreef ons dat ze hoopte dat Sonja een fijne herinnering aan de school bewaart. Met de schrijfmachine geschreven. Duizenden ouders zullen deze standaardbrief hebben gekregen, die door zijn koele zakelijkheid zwaar op het hart drukt.

Want alleen wie het treft voelt wat het betekent een banneling te zijn. Sonja houdt zich goed, ze is niet zelfzuchtig, niet jaloers, omdat ze zo goed, zo zonder kwade gevoelens is. Toen haar vriendinnetjes deze week bij haar langskwamen, naar haar vroegen, moest ik huilen. Deze slag treft me in het bijzonder. Ik ben zo trots, fijngevoelig, en nu moet mijn jongste kind dat zo rechtschapen is als een paria wegblijven van school.”

Achterkant tekening

Sonja van Es (1927-2011) was de jongste van de drie kinderen van Paula Bermann en Coen van Es.
Deze tekening is in 1944 gemaakt. Sonja was toen met haar ouders ondergedoken in Jutphaas.

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Bergen-Belsen


Midden in Noord-Duitsland op de Lüneburger Heide, 40 kilometer ten noorden van Hannover, ligt Bergen-Belsen.

Ontstaan
Het kamp werd in 1940 ingericht om dienst te doen als krijgsgevangenkamp, waar met name Russische krijgsgevangenen onder erbarmelijke omstandigheden leefden. In april 1943 werd een deel van het krijgsgevangenkamp overgedragen aan de SS, die er vanaf dat moment buitenlandse Joden onderbracht. Dit Aufenthaltslager Bergen-Belsen was in eerste instantie bestemd voor Joden die uitgewisseld zouden worden tegen Duitse staatsburgers die in het buitenland woonden of daar geïnterneerd waren. Tot het kamp zouden ook vijf kleinere kampen gaan behoren. In het grootste daarvan, het Sternenlager, kwamen de ruim 4.000 gedeporteerden uit kamp Westerbork terecht.

Uitwisselingsjoden
De Uitwisselingsjoden hadden aanvankelijk enkele privileges. Zo bleven ze als familie bij elkaar, droegen geen gevangeniskleding en mochten enig bezit houden. Na een periode van quarantaine werden ze echter wel ingezet om te werken. Na lange appèls voor en na de werktijden, werden mannen en vrouwen ingezet bij verschillende werkcommando’s in de schoenen- en kledingindustrie, de keukens, het revier, de kamppolitie en het brood-, groente en kolencommando.
Joden die voor uitwisseling in aanmerking kwamen, bezaten een dubbele nationaliteit, dikwijls dankzij (gekochte) Zuid-Amerikaanse passen. Of ze hadden een Palestinacertificaat, waarmee ze naar Palestina zouden kunnen emigreren. Slechts een klein aantal mensen werd ook daadwerkelijk uitgewisseld en kon naar Palestina of Zwitserland vertrekken.
Bergen-Belsen heette een kamp te zijn waar het beter was dan in andere concentratiekampen. Maar het kamp werd hoe langer hoe meer een ‘gewoon’ concentratiekamp, zoals Marion Blumenthal-Lazan bij aankomst ervoer.
‘Het was donker, ijskoud en het regende. Toen ik uit de trein stapte, zag ik alleen de hoge, glimmende zwarte laarzen van de SS-officieren met hun honden, die er groot, ongeduldig en gemeen uitzagen. Ik was negen jaar oud en klein voor mijn leeftijd. De kaken en de scherpe tanden van de blaffende en springende politiehonden zaten voor mij precies op ooghoogte. Ik was echt doodsbang.’

Häftlinglager
Een van de nevenkampen van Bergen-Belsen, het Häftlinglager, werd vanaf maart 1944 gereserveerd voor gevangenen uit andere kampen. Deze mensen konden niet meer werken en waren vaak doodziek. Ze werden aan hun lot overgelaten in lege barakken zonder strozakken en dekens. Er was geen medische verzorging en warm eten ontbrak. Het sterftecijfer was bijzonder hoog.
In de zomer van 1944 werd er een kamp met tenten voor vrouwen opgericht. Ze werden na een kort verblijf doorgestuurd naar buitencommando’s van het concentratiekamp Buchenwald. In oktober werden er grote vrouwentransporten uit Auschwitz in ondergebracht. Een deel van de tenten werd tijdens een storm weggeblazen.
Onder leiding van kampcommandant Kramer werd in de winter van 1944-1945 het hele kamp omgevormd tot een concentratiekamp en verloren deUitwisselingsjoden hun privileges. De omstandigheden gingen in een rap tempo achteruit. De SS bracht tienduizenden gevangenen het kamp binnen, die uit kampen in het oosten waren geëvacueerd. Zij troffen er chaos aan: kou, honger, vervuiling en besmettelijke ziektes die duizenden slachtoffers maakten. Bergen-Belsen werd een kamp waar massale sterfte plaatsvond. Tussen begin januari 1945 en midden april 1945 zijn 35.000 mensen overleden. Onder hen waren Anne Frank en haar zusje Margot.
‘In je naaste omgeving maakte je als kind mee hoe vriendjes en vriendinnetjes overleden. Ik heb in andere afdelingen van het kamp waar zich gevangenen bevonden, bergen lijken gezien. En kannibalisme. Stervende mensen werden halfdood van al hun kleren ontdaan door anderen die erom vochten om zichzelf tegen de kou te kunnen beschermen. Een gevangene werd betrapt, naar onze afdeling gebracht en bij de poort over een hokkertje, een soort bankje, gelegd. Hij kreeg van de Kapo’s vijftig stokslagen. Dat gebeurde bij de Blokstube aan de ingang van het kamp, op nog geen vijf meter afstand van de kamer waar ik me bevond.’ (Micha Gelber)

Lees verder: https://www.kampwesterbork.nl/bergen-belsen

Lees ook: Holocaust Encyclopedia – United States Holocaust Memorial Museum
Approximately 50,000 people died in the Bergen-Belsen camp complex. Among them was Anne Frank, the most well known child diarist of the Holocaust era.
Go to: https://encyclopedia.ushmm.org/bergen-belsen

Iris Verhoeven ~ Bergen-Belsen: “Een stad van de levende doden”
Freelance journalist Iris Verhoeven werd onlangs benaderd door herinneringscentrum Bergen-Belsen met de vraag of ze kon helpen meer Nederlandse aandacht te krijgen voor een tentoonstelling over het verblijf van kinderen in het Duitse kamp. Onlangs bezocht Verhoeven Bergen-Belsen en het bijbehorende museum zelf. Haar (beeld)verslag: https://historiek.net/bergen-belsen-concentratiekamp-bezoek-museum

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NIOD ~ Antisemitisme.nu


Wat is antisemitisme?
Deze website gaat over antisemitisme in het Nederland van nu. ‘Antisemitisme’ betekent ‘Jodenhaat’ of ‘anti-Joodse overtuiging’ en is gebaseerd op stereotiepe beelden over Joden. Een stereotype is een vaststaand beeld van een groep mensen, waarvan alle leden dezelfde, vooral negatieve, eigenschappen zouden dragen. In het verleden zijn negatieve, stereotiepe opvattingen over Joden om verschillende redenen ontstaan en overgeleverd. Deze stereotypen zijn in de vorm van woorden, beelden en vooroordelen deel geworden van de Nederlandse cultuur. Er zijn ook positieve stereotypen over Joden. Die zijn verbonden met ‘filosemitisme’: een voorliefde voor Joden,  evengoed gebaseerd op stereotypen, maar dan positieve, zoals de overtuiging dat Joden intelligent zijn, sensitief, muzikaal, handig of zo goed in lobbyen.

Niet altijd worden stereotypen en ingesleten opvattingen herkend als antisemitisch. Anti-Joodse stereotypen, dat wil zeggen vaststaande, ingesleten negatieve opvattingen over Joden, hoeven niet expliciet, kwaadwillend en opzettelijk verwoord te worden; soms gebruikt iemand impliciet of onbewust een stereotype.

In het geval van een antisemitische uitspraak:
– worden mensen als Jood benoemd en worden hen op basis van dit gegeven vaste groepseigenschappen en gedragingen toegeschreven.
– worden vaste en tijdloze stereotiepe eigenschappen als verklaring opgevoerd om de visie en het gedrag van Joden te duiden.

Antisemitisme manifesteert zich in Nederland ook in verbaal en fysiek geweld tegen mensen en Joodse instituties. Daar gaat deze website niet over. Hier gaat het om stereotiepe beelden van Joden die mensen impliciet of onbewust gebruiken. Is het beter in deze gevallen mensen aan te spreken op de suggestie die van hun woorden uitgaat?  Met deze vraag willen wij de gebruikers van deze site confronteren. In de afgelopen jaren heeft het aanspreken van mensen op hun woorden geleid tot discussies over wat antisemitisme is en wat niet. Deze website wil inzicht geven in hedendaagse vormen van antisemitisme aan de hand van zes incidenten waarover in de media discussie is gevoerd.

Zowel de term antisemitisme als het fenomeen zelf roept debat op. Uitingen van antisemitisme brengen de Tweede Wereldoorlog in herinnering. Dat kan ertoe leiden dat de betekenis van het woord wordt ingeperkt tot een expliciet verwoorde vijandigheid tegen Joden, tot de wens psychisch of fysiek te kwetsen, te intimideren of te doden. Enerzijds bestaat er aarzeling om de term te gebruiken zolang er geen sprake is van expliciete vijandigheid tegen Joden, of die vijandigheid wordt niet herkend. Anderzijds worden vormen van antisemitisme uitvergroot tot vergelijkbaar met die in nazi-Duitsland. Beschuldigingen van antisemitisme worden meestal zwaar opgevat en resoluut van de hand gewezen. In de zes incidenten speelde bij degenen die aanstoot namen aan wat gezegd werd een gevoel van gekrenkt zijn en bij de andere partij een gevoel ten onrechte te zijn beschuldigd.

Geschiedenis
Wanneer mensen spreken over antisemitisme komt onmiddellijk de herinnering naar boven aan de Holocaust en het naziregime dat verantwoordelijk was voor de moord op miljoenen Joden in Europa tussen 1933 en 1945. Het antisemitisme is echter veel ouder dan de Tweede Wereldoorlog en is sindsdien ook niet verdwenen.

Negatieve opvattingen over Joden ontstonden in Europa om te beginnen vanuit religieuze vijandigheid van het christendom tegenover het jodendom. Dit wordt anti-judaïsme genoemd. Joden werden vijandig bejegend omdat ze niet wilden erkennen dat Christus de langverwachte Messias was en het Christendom daarmee, met het Nieuwe Testament voortbouwend op het Oude, de rechtmatige opvolger en vervanger van het jodendom. Vanaf de Middeleeuwen werd de maatschappelijke positie van de Joden verder bemoeilijkt doordat ze uit de meeste economische activiteiten werden geweerd. Dit dwong de Joden, vanouds een handelsvolk, tot specialisatie in warenhandel en ook tot geldhandel, per definitie tegen rente – een zeer kwetsbare beroepsbranche waar de Middeleeuwse maatschappij echter sterke behoefte aan had. Hieruit ontstond het sociaaleconomisch antisemitisme, waarin Joden werden gebrandmerkt als woekeraars, oplichters, en later als uitbuitende kapitalisten en speculanten. In werkelijkheid was behalve een zeer kleine en rijke elite het overgrote deel van de Joden arm of zeer arm. Tot in de 19e eeuw waren de Joden een gemarginaliseerde bevolkingsgroep, met een grote mate van zelfbestuur, veracht door de meerderheid van de samenleving.

Vanaf eind 18e tot in de loop van de 19e eeuw verkregen de Joden in de verschillende Europese landen in verschillende periodes gelijke burgerrechten op politiek en juridisch gebied (de zogenaamde Emancipatie), in Nederland in 1789. Vanaf toen slaagden zij er met horten en stoten in geleidelijk en gedeeltelijk sociaal te integreren. Tegelijkertijd ontstond in verschillende Westeuropese landen een politiek antisemitisme van bewegingen en partijen die uitsluiting van Joden als programmapunt hadden. Joden zelf waren vooral actief in progressieve politieke bewegingen en partijen: het liberalisme, en later het socialisme en het communisme. Het politiek antisemitisme ging dienen om oppositie te voeren tegen nieuwe maatschappelijke ontwikkelingen door diegenen die zich de dupe voelden van die nieuwe ontwikkelingen.

Lees verder: https://www.antisemitisme.nu/wat-antisemitisme

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