What Will Be The Long-Term Development Of The Population Of The German Reich After The First World War? – Introduction and Abstract
General Introduction
The 1920’s and 1930’s are among the most interesting periods in the history of modelling and forecasting. The continuous decline of Western birth rates in the inter-war period set alarm bells ringing. Concerns about the future size and growth of the populations of these nations were heightened by long-term extrapolations of time series, and by population projections and population forecasts. Concerns turned to acute anxiety after it became to appear that the leading Western European nations would not replace their populations. The imminent population decrease threatened to diminish the relative power of what were called in those days the ‘civilized’ nations and ultimaltely to result in ‘race suicide’ (the extinction of populations).
In some countries statisticians, demographers, or economists developed population projection methodology in order to free current debates on the population issue from emotional, subjective argument. In the two leading Fascist countries – but in other countries as well – population numbers were seen as the key to economic, political and military strenght. Read more
Wie wird sich die Bevölkerung des Deutschen Reiches langfristig nach dem Erstem Weltkrieg entwickeln?
Die ersten amtlichen Bevölkerungsvorausberechnungen in den 1920er Jahren.

Problemstellung
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs rückten die demografischen Veränderungen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren in das Zentrum der öffentlichen Debatten. Gegenstand statistischer Analysen bildeten die Geburtenausfälle in den Jahren 1914 bis 1919, die Übersterblichkeit der männlichen Bevölkerung und die Entstehung des Frauenüberschusses, die den Altersaufbau der Reichsbevölkerung nach dem Weltkrieg prägten. Hinzu kamen die Bevölkerungsverluste, die aus der territorialen Neugliederung des Deutschen Reichs in Folge der Umsetzung des Friedensvertrages von Versailles entstanden.1 Das Statistische Reichsamt stellte sich zur Aufgabe, die Verwerfungen in der Alters- und Geschlechtsstruktur als auch die bereits vor dem Weltkrieg eintretenden Veränderungen im Geburtenverhalten zu untersuchen und deren langfristige Auswirkungen auf die Bevölkerungsdynamik zu berechnen. Binnen vier Jahren erstellte das Statistische Reichsamt zwei demografische Vorausberechnungen über die künftige Bevölkerungsentwicklung und -struktur für das Territorium des Deutschen Reiches nach 19192 (Statistik des Deutschen Reichs, 316, 1926 und Statistik des Deutschen Reichs, 401, II, 1930). Die Grundlage für diese ersten zwei amtlichen Vorausberechnungen boten die Ergebnisse der Volkszählungen der Jahre 1910, 1919 und 1925.
Es wurden weitere statistische Erhebungen und Ergebnisse zur natürlichen Bevölkerungsbewegung im Deutschen Reichsterritorium nach dem Erstem Weltkrieg hinzugenommen (Statistik des Deutschen Reichs, 276, 1922; Statistik des Deutschen Reiches, 316, 1926; Statistik des Deutschen Reiches, Sonderhefte zu Wirtschaft + Statistik, 5, 1929, Statistik des Deutschen Reichs, 360, 1930, Statistik des Deutschen Reiches, 401, I +II, 1930).
In der ersten 1926 erschienenen Vorausberechnung wurde die Entwicklung der Bevölkerungsdynamik und -struktur für einen Zeitraum von 50 Jahren (1925 bis 1975) und in der zweiten, 1930 erschienen, für einen Zeitraum von 75 Jahren (1930 bis 2000) und darüber hinaus erstellt.3 Nahe zeitgleich hier zu erarbeitete der Bevölkerungsstatistiker Friedrich Burgdörfer (1890-1967) eine weitere demografische Vorausberechnung.4 Read more
